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Warum fliegen in Stuttgart Papageien herum?

Warum fliegen in Stuttgart Papageien herum?

Die wilden Amazonen von Bad Cannstatt

Wer zum ersten Mal durch Bad Cannstatt läuft und plötzlich einen Schwarm leuchtend grüner Papageien über den Häusern sieht, dürfte kurz an seiner Wahrnehmung zweifeln. Tropische Vögel mitten in Stuttgart? Zwischen Neckar, Stadtbahn und Altbauten? Tatsächlich gehören die Papageien hier längst zum Stadtbild und sind für viele Cannstatter ungefähr so überraschend wie die nächste Baustelle.

Bei den auffälligen Vögeln handelt es sich hauptsächlich um Gelbkopfamazonen. Ihr grünes Gefieder und der namensgebende gelbe Kopf sorgen dafür, dass sie kaum zu übersehen sind – und zu überhören sind sie ebenfalls nicht. Besonders rund um Bad Cannstatt und die Wilhelma kann man ihnen begegnen.

Wie kamen die Papageien nach Stuttgart?

Ihre eigentliche Heimat liegt deutlich weiter südlich. Gelbkopfamazonen stammen ursprünglich aus Mittelamerika, insbesondere aus Mexiko und Belize. Dass heute eine freilebende Population durch Stuttgart fliegt, begann Mitte der 1980er-Jahre mit wenigen Vögeln aus menschlicher Haltung. Das Stuttgarter Brutvorkommen geht auf einzelne entflogene beziehungsweise ausgewilderte Tiere zurück. Bereits wenige Jahre später gab es erfolgreichen Nachwuchs und aus einzelnen Papageien entwickelte sich über die Zeit eine feste Population.

Was vermutlich niemand geplant hatte, wurde damit zu einem kleinen Stück Cannstatter Identität.

Warum fühlen sie sich ausgerechnet in Cannstatt wohl?

Stuttgart klingt zunächst nicht unbedingt nach dem perfekten Zuhause für tropische Papageien. Spätestens im Winter stellt sich die Frage, wie die Tiere überhaupt mit niedrigen Temperaturen zurechtkommen. Offenbar ziemlich gut.

Die Stadt bietet ihnen große alte Bäume, geeignete Schlafplätze und ausreichend Nahrung. Früchte, Samen und Nüsse stehen auf dem Speiseplan, während die zahlreichen Grünflächen und Parks rund um den Neckar passende Rückzugsorte bieten. Besonders in den kälteren Monaten können sich größere Gruppen an gemeinsamen Schlafplätzen sammeln.

Wer sie entdecken möchte, sollte deshalb nicht nur nach oben schauen, sondern auch die Ohren offen halten. Meist hört man die Amazonen, bevor man sie zwischen den Blättern entdeckt.

Exotische Einwohner mit echtem Cannstatt-Faktor

Gerade der Kontrast macht die Stuttgarter Papageien so besonders. Auf der einen Seite wirken die grünen Vögel, als gehörten sie in einen tropischen Wald, auf der anderen sitzen sie völlig selbstverständlich in einem Baum an einer viel befahrenen Cannstatter Straße.

Aus einem ungewöhnlichen Zufall ist so über Jahrzehnte ein Teil des Stadtbildes geworden. Die Papageien sind mittlerweile eng mit Stuttgart und besonders mit Bad Cannstatt verbunden.

Kein Wunder also, dass die grünen Cannstatter irgendwann auch bei uns als Motiv gelandet sind. Wer ein Paar Papageien-Socken trägt, trägt damit eben nicht einfach irgendeinen exotischen Vogel spazieren, sondern eine ziemlich ungewöhnliche Stuttgart-Geschichte.

Typisch Stuttgart, irgendwie

Fernsehturm, Stäffele und Weinberge kennt jeder. Die freilebenden Papageien gehören dagegen zu den Dingen, die viele erst entdecken, wenn sie eine Weile in Stuttgart unterwegs sind.

Und vielleicht passen sie gerade deshalb so gut zu Cannstatt: ein bisschen ungewöhnlich, ziemlich laut und inzwischen kaum noch wegzudenken. Wenn also das nächste Mal etwas knallgrün über den Neckar fliegt: Nein, du hast dich nicht verguckt. Das sind einfach  unsere Cannstatter Papageien.

Verletzte oder leblose Amazone entdeckt?

Solltest du in Stuttgart eine verletzte oder leblose Amazone entdecken, melde dich bitte möglichst schnell beim Verein Stuttgarter Amazonen unter 015140142484. Bei verletzten Tieren kann schnelle Hilfe entscheidend sein. Auch der Fund eines leblosen Vogels sollte gemeldet werden. Weitere Informationen und Hinweise findest du direkt beim Verein unter Stuttgarter Amazonen – Ihre Mithilfe .

Gelbkopfamazonen in Stuttgart-Bad Cannstatt. Foto: Kostas Koufogiorgos, Lizenz: CC BY-SA 4.0, Quelle: Wikimedia Commons

 

Die Cannstatter Papageien für zu Hause

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